2017

Westkanada: British Columbia - Alberta
Halt machen wo das Wetter am schönsten ist. Unter diesem Motto wagen wir erneut einen Roadtrip mit dem Wohnmobil. Die unberührte Natur des Westens Kanadas ist ein Sehnsuchtsziel für Abendteurer. Bereits zum 5 Mal hat uns diese Leidenschaft geweckt. Deshalb zieht es uns auch dieses Jahr zurück in die einsame Wildnis von Kanada mit ihren mächtigen Bergen, Gletschern, Seen, Flüssen und der grandiosen Tierwelt. Camperurlaub, das bedeutet Freiheit und Unabhängigkeit. Westkanada bietet dafür ideale Voraussetzungen. Die Highways führen meistens schnurgerade durch endlose Wälder und Berge, sind lang und wenig befahren. Aufgrund der einsamen Weiten und grossen Entfernungen zwischen den Städten kommt für uns auch dieses Mal nur ein Camper in Frage. 4 Wochen lang sind wir den einsamen Strassen ca. 4000 km gefolgt, per Wohnmobil, versteht sich.

Route: Vancouver - Hope - Osoyoos - Crawford Bay - Cranbrook - Banff - Peter Lougheed Provincial Park - Canmore - Banff National Park - Jasper National Park - Valemount - Gray Provincial Park - Clearwater - Birch Lake - Fawn Lake - Mahood Lake - 100 Mile House - Emery Creek - Hope - Vancouver.




Am Tag nach der Ankunft in Vancouver war in Kanada ein Feiertag (Victoria Day), so konnten wir unserer Reise erst am dritten Tag starten. Das gab uns die Gelegenheit, den Stanley Park und die Stadt per Velo zu erkunden. Der Stanley Park ist ein 405 Hektar grosser Park in Vancouver. Er ist der grösste Stadtpark Kanadas und der drittgrösste Nordamerikas. Der Park befindet sich direkt neben der Innenstadt an der Nordspitze einer Halbinsel, die in den Fjord Burrard Inlet hineinragt. Jährlich wird er von etwa acht Millionen Einheimischen und Touristen besucht. Durch den Park zieht sich ein 200 km langes Netz von Spazierwegen. Der grösste Teil des Parks besteht aus einem Wald. Sehenswürdigkeiten sind unter anderem der Beaver Lake, das Vancouver Aquarium, die vorgelagerte Insel Deadman’s Island, der Siwasch Rock sowie die rund um den gesamten Park führende 8,8 km lange Ufermauer mit einer Strasse für Spaziergänger, Velofahrer und Inlineskater.



Vancouver: mit dem Fahrrad im Stanley Park unterwegs
Auf der Fahrt nach Osoyoos wird es immer wärmer. Nach 2 Std. Fahrt erreichen wir unser Tagesziel. Der vom Visitor Center empfohlene RV ist besetzt, so dass wir auf den Campground gehen, auf dem wir vor 5 Jahren schon mal waren, direkt am See, allerdings eine sehr wenig befahrene Strasse dazwischen.
Osoyoos unmittelbar an der Grenze zum US-Bundesstaat Washington

Danach fahren Richtung Norden über Castlegar, bis New Denver. Eigentlich wollten wir nicht so weit fahren, doch es hat sich so ergeben, da der erste Campground für nicht gut befunden wurde. In New Denver gehen wir einkaufen und fahren danach geht’s über eine Passstrasse nach Kaslo und dann bis Blafour zur Fähre. Wir müssen eine Stunde warten bis zur Abfahrt und nutzen so die Zeit, im nahen Park etwas Süsses zu essen und einen Kaffee zu trinken. Auf der Fähre fragt mich eine Frau, ob ich von ihr und ihrem Mann ein Foto machen würde. Das verlangt eine Gegenleistung und so kommen wir ins Gespräch. Sie wohnen in Canmore, ihr Sohn ist der bekannte Abfahrer Hudek. Sie kennen auch unseren Metzger Walter „von Rotz“, den wir auch noch besuchen werden. Es ergibt sich ein interessantes Gespräch und so geht die 30-minütige Überfahrt schnell vorbei. Wir tauschen noch die Visitenkarten und tschüss.
Bis zum Lockhart Creek Park sind es noch 35 km, wo wir auf den Campground übernachten.

Peter, Vladi Hudec mit Partner von Canmore

Das Glashaus von David Brown am Ufer des Kootenay Lake.




Bei 10° draussen vor dem Camper Haare gewaschen und geduscht – brrrr!!! So schnell geht’s zu Hause nie. Beim Haare föhnen treffe ich Shayenne von Ontario und kann mit ihr mal französisch reden. Sie ist mit ihrem Freund Emile unterwegs. Kurz nach der Wegfahrt vom Campground sehen wir wieder einen Bär, er geniesst die zarten Frühlingsgräser. In Lake Louise gehen wir ins Visitor Center und aktualisieren unsere Homepage. Unterwegs Richtung Jasper sehen wir einen schönen Campground direkt an einem Fluss. Eigentlich wollten wir nur Picknicken, beschliessen dann aber, gleich über Nacht zu bleiben. Eine Familie aus Shanghai kommt auch zum Picknick. Die Eltern sind mit ihrem Sohn, welcher in Calgary 5 Jahre studiert hat, und einer Bekannten unterwegs. Sie fragen uns, ob sie den Camper mal von innen sehen könnten. Natürlich erlauben wir das und ich gebe ihnen von unserem Grindelwaldner Käse, Landjäger und Mütschli (alles in der Metzgerei bei Walter von Rotz in Canmore gekauft) zu probieren. Es dauert nicht lange und die Mutter holt einen Sack Bananenchips für uns. Sie sagen, dass wir unbedingt mal nach Shanghai kommen sollten. Sie sind begeistert von unserem Camper und machen x-Fotos.Ihre Namen können wir nicht behalten, nur den vom Sohn. Er sagt, dass er Roger heisse, wie Federer, aber nicht Tennis spiele. Er gibt uns seine E-Mail Adresse und bittet, ihm unsere Fotos, die wir von ihnen gemacht haben, auch zu schicken. Nach und nach trifft Camper um Camper ein und alle möchten ein schönes Plätzchen, das wird aber schon von uns belegt. Sogar Shayenne und Emile kommen auch auf diesen schönen Campground. Als die Sonne unter geht, wird es sehr rasch kühl. Eine Französin kommt kurz vor dem Eindunkeln auf den Platz. Sie hat kein Zelt und muss im Auto schlafen. Wir laden sie ein, kurz zu einem Tee zu kommen, was sie dankend annimmt.

Roger (zweiter von rechts) aus Shanghai mit seiner Familie

Peyto Lake im Banff National Park

Kanufahrt am Honeymoon-Lake / Susanna und John Ward

Am Morgen waren es um 8 Uhr schon 4°! Nach ca. einer halben Stunde Fahrt sind wir an einem schönen Aussichtspunkt, die Berge ringsum noch verschneit und der Blick ins Tal hinunter mit den Wäldern und dem Fluss einfach traumhaft. Weiter geht’s zum Columbia Icefield, wo wir eine kurze Wanderung machen. Dann geht die Fahrt mit kurzen Stopps, z.B. beim Wasserfall Ruisseau Tangle, bis zum Lake Honeymoon. Gegen Abend wird der Himmel immer klarer und wir gehen ca. jede Viertelstunde zum See (1 Minute) um Fotos zu machen. Um 20 Uhr startet ein Ehepaar (Carol + John Ward aus Jasper) mit einem Kanu auf den See. Als sie ca. eine Stunde später zurück kommen, fragen sie uns, ob eins von uns mal mit rausfahren möchte. Da Peter keine Lust hat und für mich das schon lange ein Traum ist, nehme ich das Angebot an. Er paddelt (ich helfe tatkräftig mit) mit mir bis in die Mitte des Sees und ich kann vom Kanu aus noch ein paar Fotos machen. Für mich wars der Höhepunkt des Tages.
   
Gray Provincial Parc

Susanna, Don und Nicole


Auf der Fahrt vom Gray Provincial Parc zurück nach Clearwater besuchen wir noch die Helmckenfalls – Wahnsinn – like Niagarafall – nur nicht so breit. Wo wir vor fünf Jahren mit dem Camper waren, halten wir auch kurz. Wir haben damals einen Grizzly gesehen. Und jetzt - wieder kein Bär zu sehen! Weiter geht’s nach Clearwater zum Einkaufen und dann zum Birch Lake. Die Strasse runter zum See ist mit extrem tiefen Schlaglöchern versehen. Aber unten am See, ein Platz zum verlieben. Einsamkeit und Natur pur. Neben ca. 5 Stellplätzen für Camper hat es auch ein paar Cabins zum mieten. Peter feuert schon 2 Stunden vor dem Nachtessen. Etwa um 19.30h kommt noch ein Camper mit einem deutschen Ehepaar, Steffi und Hermann. Ein kanadisches Ehepaar, Donald und Nicole, haben ca. 6 Monate im Jahr hier ihren Standplatz. Es geht nicht lange und wir sitzen mit Steffi und Hermann bei Nicole und Donald ums Feuer. Heute gehen wir etwas später als sonst schlafen!!!  

Susanna, Don, Nicole, Hermann und Steffi
Wir lassen uns Zeit mit dem Räumen des Platzes. Die Sonne scheint, wir frühstücken draussen, Steffi und Hermann brauchen etwas länger zum Aufstehen. Dann verabschieden wir uns herzlich von Nicole und Donald, Steffi und Hermann und los geht’s zum nächsten Campground (Fawn Lake Resort). Da waren wir schon 2012, 2013 und jetzt im 2017 wieder. Den Campground haben vorher Heidi und Fredy Hess geführt (ein Schweizer Ehepaar) und 2013 haben sie den Campground an ein anderes Ehepaar aus der Schweiz, Irene und Ralph Meili, übergeben. Die beiden haben eine Tochter und einen Sohn und sind total „happy“ hier. Es hat viele Kanadier die hier zum Fischen kommen – im Winter zum Eisfischen. Peter und ich mieten ein Kanu und los geht’s, den ganzen See rauf und wieder runter. Unterwegs begegnen wir einer Loony Familie mit Jungen. Der Loonie Vater ist ganz aufgeregt und erregt mit seinem Getue die Aufmerksamkeit auf sich. Er taucht unter und kommt 50 Meter weiter wieder rauf, schreit die ganze Zeit, taucht wieder unter und auf der andern Seite des Bootes wieder auf. So geht das weiter, bis wir uns in genügendem Abstand von seiner Familie aufhalten. Gegen Abend gibt es schöne Fotos mit Abendstimmung.

F
Fischer am Fawn Lake





Loony der Eistaucher in Angriffsposition

Irene und Ralph Meili, Campground-Besitzer Fawn Lake Resort

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